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Sonntag, 2 Juli, 2017

Hypnose und Meditation – Was ist der Unterschied?

Hypnose und Meditation in Nürnberg?Im Vorgespräch zu einer Hypnosesitzung frage ich meine Klienten üblicherweise, wie sie sich zuhause am besten entspannen können, ob sie schon Erfahrungen mit Hypnose gemacht haben oder ob sie vertraut sind mit Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung. Hin und wieder bekomme ich dann eine Antwort wie: „Mit Hypnose nicht, aber ich habe mal eine zeitlang versucht zu meditieren.“ Wo liegt nun der Unterschied zwischen Hypnose bzw. Selbsthypnose und Meditation? Oder ist beides das Gleiche?

Was ist Meditation?
Als Meditation bezeichnet man Konzentrationsübungen zur Sammlung und Beruhigung. Sie dient der Förderung eines ruhigen, klaren Geistes und soll oft Einblick schaffen in die tieferen Zusammenhänge der eigenen menschlichen Existenz. Bei der Achtsamkeitsmeditation entsteht durch Beobachtung der eigenen Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen Bewusstsein für die Verbindung zwischen diesen. Oft wird Meditation in einem religiösen Kontext praktiziert und soll zu Erfahrungen der spirituellen Wahrheit führen. Im Hinduismus und dem daraus entstandenen Buddhismus hat Meditation einen hohen Stellenwert. Aber auch von Mystikern anderer Religionen wie Christentum, Islam oder Judentum werden meditative Methoden praktiziert.

Was verstehe ich unter Hypnose bzw. Selbsthypnose?
Unter Hypnose verstehe ich die Methode, um eine hypnotische Trance hervorzurufen. Eine Trance ist ein Bewusstseinszustand, der vom üblichen Tagesbewusstsein abweicht. Man kann sich hypnotisieren lassen, dann wird die Trance von einem Hypnotiseur bzw. Hypnosetherapeuten eingeleitet und begleitet. Oder man versetzt sich durch bestimmte Techniken selbst in Trance, dann spricht man von Selbsthypnose.

Was haben Selbsthypnose und Meditation gemeinsam und worin unterscheiden sie sich?
Die historischen Wurzeln der Hypnose liegen im Schamanismus. Insofern entspringt die Hypnose wie auch die Meditation einer spirituellen Praxis. Die Techniken zur Selbsthypnose sind zum Teil sehr ähnlich wie bei verschiedenen Meditationsmethoden (Achtsamkeit auf den Atem und Körper, Visualisierungen, mantrahaftes Wiederholen von bestimmten Wörtern und Sätzen, etc.). Sie rufen ähnliche Wirkungen hervor, z.B. körperliche Entspannung, Ruhe und Ausgeglichenheit, Annäherung an das sogenannte Unbewusste.

Während man bei Meditation von sogenannten meditativen Versenkungs- oder Vertiefungszuständen spricht, ist im Kontext von Hypnose von „Trance“, „Hypnosestadien“ bzw. „Tiefe einer Trance“ die Rede. Bei Selbsthypnose liegt der Schwerpunkt auf der Versenkung in Vorstellungen (innere Bilder etc.). Bei der Meditation hingegen geht es meistens um eine geschärfte und wache Aufmerksamkeit für reale Wahrnehmungen („Awareness“, zu deutsch „Bewusstheit“, „Achtsamkeit“ oder „Gewahrsein“) im Hier-und-Jetzt“ bzw. um „Leere“ des Geistes.
Selbsthypnose zielt oft darauf ab, sich durch Selbstsuggestion zu beeinflussen. Durch Meditation, insbesondere bei der Achtsamkeitsmeditation soll meistens eine Akzeptanz erreicht werden für das, was gerade da ist und geschieht, was wiederum zu einer größeren Gelassenheit führt.

Meditation und Hypnose in der Psychotherapie
Viele Psychotherapeuten in Nürnberg nutzen Entspannungsmethoden, Hypnose oder Meditation. Ich selbst biete sowohl Meditation als auch Hypnose in der Psychotherapie an. Was dabei wirkungsvoller ist, hängt meiner Erfahrung nach sehr stark vom einzelnen Klienten und seiner Problemstellung ab. Zum Üben für zuhause schlage ich inzwischen meist lieber Meditation vor, während ich in der Arbeit in der Praxis in Absprache mit dem Klienten nach wie vor Hypnose nutze.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Entspannungsmethoden, Selbsthypnose und Meditation gemacht? Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Über einen Kommentar würde ich mir freuen!



Ein Kommentar »»

  1. Kommentar von Michaela - 5. Juli 2017 um 21:27

    Ich finde, dass du die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Hypnose und Meditation sehr anschaulich beschrieben hast. Übrigens hast du gestern Abend in unserer Meditationsgruppe gefehlt. Nach dem Meditieren ging es darum, was/wo Bewusstsein ist, ob es anfängt und aufhört, etc. Das war spannend.


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