Psychotherapiepraxis Nürnberg, Eckental

Samstag, 25 April, 2020

Traumdeutung Psychotherapie Nürnberg

Traumdeutung Nürnberg Psychologe

„Einen Traum haben wir geträumt, und keiner ist, der ihn deute. Jossef sprach zu ihnen: Sind Deutungen nicht Gottes? erzählt mir doch!“ (1. Mose 40 nach Buber / Rosenzweig)

Diese Woche erzählte mir eine Klientin aus Nürnberg von einem Traum, den sie immer und immer wieder träumt. Ich

sollte ihr helfen, sich ihrem „Recurring Dream“ auf eine neue Weise zu nähern und seiner Bedeutung auf die Spur zu kommen. Dies nehme ich zum Anlass, hier in meinem Blog über das Thema Traumdeutung in der Psychotherapie zu informieren.

Traumdeutung in der Menschheitsgeschichte

Nicht erst seit der Arzt und Psychoanalytiker Sigmund Freund die Traumdeutung Ende des 19. Jahrhunderts in die Psychologie und Psychotherapie einführte, waren die Menschen an der Deutung ihrer Träume interessiert. Vielmehr hat die Traumdeutung eine lange Tradition in der Menschheitsgeschichte. Träume waren Botschaften von Gott bzw. der Götter oder Dämonen und hatten prophetischen Inhalt. Im alten Ägypten, bei den Babyloniern und im mittelalterlichen Islam gab es Traumbücher, die den Traumsymbolen eine feste Bedeutung zuschrieben. In schamanischen Kulturen ist der Traum ein Zugang zu einer anderen Wirklichkeit, die als genauso real angesehen wird, wie unsere Alltagswirklichkeit.

Was ist ein Traum?

Ein Traum ist eine psychische Aktivität während des Schlafes. Die Traumforschung steht vor dem grundsätzlichen Problem, dass ein Traum, anders als z.B. Handlungen, nicht unmittelbar beobachtet werden kann. Neurologen können zwar anhand von Messungen der Hirnströme oder Hautleitfähigkeit und Beobachtung von Herzschlag, Atmung, Augenbewegungen, Bewegungen und Muskelzucken feststellen, dass ein Mensch träumt. Über den Inhalt eines Traumes und das Traumerleben kann der Träumer aber nur selbst hinterher anhand seiner Erinnerungen Auskunft geben. Dabei ist er jedoch in einem anderen Bewusstseinszustand als während des Träumens.

Deshalb gibt es bisher keine allgemein anerkannte Erkenntnis zur Funktion des Traumes. Die Hypothesen über die Bedeutung von Träumen sind vielfältig. Während manche Wissenschaftler den Traum als Überbleibsel aus der Evolution sehen, der heute keine Funktion mehr habe und nur „mentalen Salat“ darstellt, glauben andere, er sei für die Gehirnreifung notwendig. Wieder andere meinen, man träume, um vergessen zu können oder um emotionale Erlebnisse zu verarbeiten, Probleme aus dem Wachleben zu lösen, Stimmungen zu glätten und im Entspannungszustand des Schlafes angstbesetzte Situationen zu bewältigen.

Traumdeutung in der Psychoanalyse

Der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, erklärte die Traumdeutung zum Königsweg zum Un- und Unterbewussten. Sein 1899 erschienenes Werk „Die Traumdeutung“ gilt als die wichtigste Grundlage der Psychoanalyse. Für Freud waren Träume als eine symbolische Wunscherfüllung zu interpretieren und sexueller Natur. Aus der Kindheit stammende Wünsche würden sich nach Freud in unseren Träumen auf verschlüsselte Weise zeigen.

Traumdeutung in der analytischen Psychologie

Dem Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung, war Freuds Traumdeutung zu einseitig. Für ihn war jedes Traumobjekt nicht als ein (zum Teil verschleiertes) Abbild eines realen äußeren Objekts zu sehen, sondern als eine innere Wirklichkeit des Träumers. Jung interpretierte Trauminhalte auch als Aspekte des eigenen Selbst des Träumers. Bestimmte Erlebnisse ließen sich nicht alleine aus dem Zusammenhang der Biographie des Träumers erklären, sondern nur durch die Existenz eines postulierten kollektiven Unbewussten, das durch die Menschheitsgeschichte entstanden ist. Folglich verstand Jung die Symbolsprache des Traumes nicht nur als persönlichen Assoziationen des Träumers, sondern brachte sie in Zusammenhang mit Symbolen aus der Mythologie.

Traumdeutung in der Gestalttherapie

Der Gestalttherapeut Fritz Perls bezeichnete Träume als die „spontansten unserer Schöpfungen.“ Für ihn stellten sie existenzielle Botschaften dar. Ähnlich wie C.G. Jung war er überzeugt, dass jeder Teil des Traums ein Teil des Selbst des Träumers wäre – nicht nur jede im Traum vorkommende Person, sondern jede Einzelheit, jede Stimmung, alles, was ihm über den Weg liefe. Er ließ seine Psychotherapie-Patienten wie in einem Rollenspiel all diese Teile spielen und regte sie an, sich auf diese Weise mit ihnen zu identifizieren. Damit wollte er erreichen, dass entfremdete Aspekte des Selbst wieder integriert wurden und dem Träumer so wieder zur Ganzheit zu verhelfen. Durch einen Dialog zwischen den Traumteilen sollte eine Verbindung zwischen inneren Widersprüchen entstehen und so Konflikte aufgelöst werden.

Perls Schüler Isadore From interessierte sich vor allem für die Träume des Klienten, die dieser unmittelbar vor oder nach der Psychotherapiesitzung träumte. Er glaubte, dass solche Träume eigentlich an den Psychotherapeuten gerichtete Botschaften seien, die der Träumer sich nicht offen auszusprechen traue.

Traumdeutung in Hypnosetherapie nach Milton Erickson

Der berühmte Hypnosetherapeut Milton Erickson sah im Traum wie in der hypnotischen Trance die Möglichkeit, kreative Lösungen zu schaffen. Für ihn war das Unbewusste ein großes Sammelbecken aller Erfahrungen, aus denen man schöpfen könnte, um zu neuen phantasievollen Antworten auf Probleme zu gelangen.

Traumdeutung in der lösungsorientierten Psychotherapie

Psychotherapeuten, die einen lösungsorientierten Ansatz verfolgen, bitten ihre Patienten, sich vorzustellen, sie wären ein Drehbuchautor und Regisseur und könnten dem Traum eine neue Wendung geben. Der Psychologe fragt nach, welche Veränderungen der Patient dann vornehmen möchte, welche Figuren und Requisiten er entfernen oder dazu nehmen, welche Rollen er neu besetzen würde? Der lösungsorientierte Psychotherapeut möchte wissen, wie sich dabei das Gefühlserleben seines Patienten verändern würde und welche Auswirkungen die dies auf sein Alltagsleben hätte.

Traumdeutung in der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie

Für Eugene Gendlin, einen Vertreter der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie, ist es das Wichtigste, den Traum gern haben zu können und mit ihm gut umzugehen. Deshalb wäre es ein erster, sehr wichtiger Schritt, den Klienten so weit zu bringen, dass er seine Träume als angenehm und interessant empfindet, anstelle ihn als verrückt abzuwerten. Gendlin interessierte sich besonders für immer wiederkehrende Träume (Recurring Dreams).

Konstruktivistischer Ansatz der Traumdeutung

Letztendlich bleiben Träume solange bedeutungslos, bis ihnen der Träumer oder sein Psychologe ihm irgendeine Bedeutung verleiht. „Die Vergabe von Bedeutungen“, stellt der Psychotherapeut und Autor Frank Staemmler treffend fest, „beginnt dann aber schon mit der ebenso alten, wie weit verbreiteten Annahme, Träume enthielten wichtige Botschaften für den Träumer, oder auch mit ihrem krassen Gegenteil, nach dem Träume nur ‚mentalen Salat‘ darstellen.“ Der Traum sei zunächst einmal das geistige Produkt des Träumers, das er in einem bestimmten Bewusstseinszustand geschaffen habe. Möglicherweise habe der Traum innerhalb dieses Bewusstseinszustands eine Bedeutung gehabt, aber die Bedeutung sei nicht unabhängig vom Bewusstseinszustand. Während der Träumer im Verlauf des Tages im Wachzustand z.B. bei einer Psychotherapiesitzung über seinen Traum nachdenkt, gehört dieser Traum bereits der Vergangenheit an. Der Träumer konstruiere deshalb beim Erzählen des Traums genau genommen eine aktuelle Bedeutung. Die in der Psychotherapie entstehende Bedeutung des Traumes sei darum immer auch vom Psychotherapeuten und seiner Haltung mitbestimmt.

Ganzheitliches Vorgehen der Traumdeutung

Ganzheitliche Traumdeutung heißt für mich, mehreren Hypothesen bei der Interpretation von Träumen nachzugehen und zu sehen, wohin bei der individuellen Arbeit mit dem Klienten führen. Eine Traumdeutung ist dann gelungen, wenn sie für diesen speziellen Klienten passt. Wichtig für mich ist, dass die Deutung eines Traumes nicht von mir kommt, sondern im Dialog mit Ihnen entsteht. Da jeder Mensch eine andere Lebensgeschichte hat, fallen die Ergebnisse für jeden Träumer unterschiedlich aus. Deshalb führt ein Nachschlagen von Traumsymbolen in einem Traumlexikon meist nicht sehr weit.

Wenn ich mich zusammen mit Ihnen auf die Suche nach passenden Deutungen Ihrer Träume begebe, interessiert mich in der Beratung, Psychotherapie oder Online-Traumdeutung als erstes, welche Bedeutungen Sie Ihren Träumen bisher gegeben haben und bin offen für Ihre persönlichen Vorstellungen und Hypothesen. Besonderes Interesse habe ich an wiederkehrenden Träumen (Recurring Dreams), Alpträumen und Träumen, die Sie in sonstiger Weise emotional berühren.

Wie man sich an Träume erinnert

Wenn Sie sich für Traumdeutung interessieren oder von Ihrem Psychotherapeuten dazu angehalten werden, Ihre Träume in der Psychotherapie zu erzählen, obwohl Sie sich während des Tages nicht mehr an sie erinnern können, hilft ein Trick: Legen Sie sich einen Notizblock neben das Bett und notieren Sie sich am Morgen kurz nach dem Aufwachen alles, an was sie sich noch erinnern können, nachdem Sie sich vor dem Öffnen der Augen ihre Träume im Geiste noch einmal vorüberziehen ließen.

Traumdeutung in Nürnberg

Haben Sie Träume, die sie beschäftigen? Träumen Sie immer wiederkehrende Träume und suchen nach einem Traumdeuter, Psychologen oder Heilpraktiker für Psychotherapie, der ihnen bei der Deutung Ihrer Träume hilft? Dann rufen Sie mich gerne an, entweder unter meiner Rufnummer 0911/3755076 in Nürnberg oder in meiner Praxis unter 09126/2803460.



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